Mehr als 61.300 Frauen und Männer besuchten im Jahr 2009 Veranstaltungen der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) im Bistum Limburg. Dies sind 36 Prozent mehr als im Vorjahr. Um 50 Prozent auf etwa 24.000 Stunden ist auch die Anzahl der Unterrichtsstunden gestiegen. Dies geht aus der Jahresstatistik 2009 des Diözesanbildungswerkes hervor. Erstmals ist es der KEB mit dieser Statistik gelungen, alle Bildungsveranstaltungen der Erwachsenbildung in katholischer Trägerschaft zu erfassen.
„Mehr als 23 Prozent unserer Kurse beschäftigten sich mit den Themenfeldern Religion und Ethik. Diese Angebote wurden von insgesamt 29.273 Interessierten besucht“, erklärt Johannes Oberbandscheid, Leiter des Diözesanbildungswerkes Limburg. Er führt diese positive Entwicklung unter anderem auf neue Angebote, neue Kooperationen und ein steigendes Interesse der Menschen an religiösen und ethischen Fragestellungen zurück: In den Zahlen sieht er bestätigt, dass die Katholische Erwachsenenbildung zur Brücke zwischen Kirche, Gesellschaft und Kultur wird. Die Kirche verankere sich durch das Engagement im Bereich der Erwachsenenbildung in der Lebenswelt der Menschen. „Die Katholische Erwachsenenbildung hat die Chance, Menschen in kirchenfernen Milieus zu erreichen“, so der Leiter des Bildungswerks. Zugleich seien die Angebote im religiösen und ethischen Bereich ein Alleinstellungsmerkmal der Katholischen Erwachsenbildung gegenüber anderen freien Bildungsträgern.
Ein weiterer großer Bereich der Bildungsangebote der KEB befasst sich mit politischen und gesellschaftlichen Themen. Von insgesamt 2100 Veranstaltungen im Jahr 2009 fallen 511 in diesen Themenbereich. Weitere Schwerpunkte liegen in den Bereichen Familie-Generationen, Umwelt und Ökologie, Kultur und Gestalten, Gesundheit, Sprachen sowie Arbeit und Beruf. „Die Vielfalt an Themen macht deutlich, dass die Katholische Erwachsenenbildung einen entscheidenden kirchlichen Beitrag zum lebensbegleitenden Lernen leistet. Sie vermittelt religiöses Wissen, qualifiziert und unterstützt Kirchengemeinden und kirchliche Verbände und stärkt Demokratie, Gesellschaft und Kirche“, so Oberbandscheid.
Zum Selbstverständnis der KEB zählt die Präsenz vor Ort: Veranstaltungen gibt es in den Großstädten des Bistums wie Frankfurt oder Wiesbaden und in ländlichen Regionen. „Diese Ortsnähe ermöglicht es auch Frauen und Männern mit eingeschränkter Mobilität, unsere Bildungsveranstaltungen zu besuchen“, betont Johannes Oberbandscheid. Die KEB habe einen Bezug zur örtlichen Kirchengemeinde und ist deshalb nah bei den Menschen. Dies habe eine hohe Bedeutung für die Teilnehmer und sei ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. (StS)
Die Katholische Erwachsenenbildung Limburg arbeitet an den Nahtstellen von Mensch, Kirche und Gesellschaft. Ihre Aufgabe ist es, Menschen einen ersten oder neuen Zugang zu Kirche, Bildung und Gesellschaft zu ermöglichen – unabhängig von Alter, Herkunft, Bildungsstand oder Konfession. Das Diözesanbildungswerk Limburg ist der Zusammenschluss der Bildungswerke in den Bezirken, der Verbände und der Arbeitsgemeinschaften der Erwachsenenbildung in katholischer Trägerschaft im Bistum Limburg. Ihr Ziel ist es, gemeinsam Grundlinien inhaltlicher, organisatorischer und methodischer Arbeit festzulegen. Für die KEB ist die Arbeit auf der Gemeindeebene von grundlegender Bedeutung.

